11. Uhwieser Biennale 6. - 8. November 2015

Die Biennale als bunte Spielwiese der Kreativität

An der Biennale in Uhwiesen verlässt die Kreativität das stille Kämmerlein.
VON JÖRG RISER, Schaffhauser Nachrichten 9. November 2015
Wenn es die Uhwieser Biennale, die eine schöne Tradition geworden ist, nicht gäbe, man müsste sie sogleich erfinden. Der Gemeindeverein beziehungsweise dessen Präsident Eduard Gasser und die künstlerische Leiterin Michaela Huggler schaffen nämlich ein Wochenende lang eine Plattform für kreative Menschen, die sonst nicht oder doch eher selten ihre Werke der Öffentlichkeit präsentieren können. Hier erblickt die gemeinhin im stillen Kämmerlein gepflegte Schaffenskraft das Licht der Welt, und im Werkgebäude zeigt sich, dass ein jedes Tun auch sein Publikum findet. Die diesjährige, am Freitagabend eröffnete Biennale zog nämlich einmal mehr zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Was nicht erstaunt: Die offene Form dieser Präsentation sorgt für eine beeindruckende Vielfalt kreativen Schaffens. 31 Künstlerinnen und Künstler aus dem Weinland und dem Kanton Schaffhausen waren diesmal mit ihren Werken vertreten, und nicht nur die beachtliche Zahl der Aussteller sorgt in Uhwiesen für ein breites Spektrum kreativer Arbeiten, sondern auch die Vielzahl unterschiedlichster Materialien, Stile, Macharten. Erstaunlich, was Menschen so tun – im Fall der Biennale mehrheitlich wahrscheinlich in der Freizeit. Berührungsängste gibt es hier weder bei den Organisatoren noch bei den Künstlern selbst: Viel Malerei ist vertreten, reichlich Fotografie, Skulpturen aus unterschiedlichsten Materialien, Stoffgebilde, Schmuck – und Kinderpullover, Schals, Gipsfiguren, Metallcollagen, Nadelfilz und Glasgebilde. In Uhwiesen darf im gemeinschaftlichen Auftritt erfreuen, was sonst vielleicht eher unter dem Begriff Spartenprogramm erscheinen würde: An diesem Wochenende hatten beispielsweise auch Bonsaikreationen, Holzskulpturen, geschaffen mit der Kettensäge, oder Objekte wie Stiefelhilfen und Zopfbretter Platz. Es fand sich auch viel Weihnachtliches bis hin zu traditionellen Ensembles von Krippe, Kerzen, Königen, wobei die Sonderschau von Adventskalendern aus der Sammlung von Gisela Zweifel-Fehlmann für einen besonderen Akzent sorgte – das war wirklich eine Augenweide. Die Biennale ist eine ganz besondere Ausstellung und wird hoffentlich so lebhaft wie bisher weiterleben.